Gina & der SchRammelhof present “Joah um Joah”

Die ersten Flocken fallen vom Himmel, die Tage werden kürzer. Man igelt sich lieber zu Hause ein, als stundenlang im Freien zu verbringen. Das kann nur eines bedeuten: Der Winter und alle damit einhergehenden Stimmungen stehen vor der Tür. Die Zeit der Besinnlichkeit, wie es so schön heißt. Und selbst diejenigen, die es nicht wahrhaben wollen und in ihrem Alltagsstress gefangen sind, oder die, denen bei dem Wort „Besinnlichkeit“ sprichwörtlich die Grausbirnen aufsteigen, werden zugeben müssen, dass es dann doch irgendetwas an sich hat, diese finstere, fast schon morbide Jahreszeit.
So werden wohl auch die Protagonisten von RAMMELHOF fast schon handzahm und präsentieren stolz das Werk ihrer Frontfrau: „Joah um Joah“ von Gina und der SchRammelhof hält stimmungsvoll das fest, worüber sich wohl so einige Zeitgenossen immer wieder Gedanken machen. Die innere Zerrissenheit, die Zugehörigkeit, das innere Zuhause. Ist es die laute Stadt, in die man gezogen ist, um sich weiterzuentwickeln, um die Welt etwas größer kennen zu lernen? Oder doch der kleine, familiäre Ort, den man wie seine Westentasche kennt und an dem einen schon beim Erblick des Ortsschildes ein gewohntes Gefühl der Geborgenheit einholt?
„Joah um Joah“ beantwortet diese Fragen nicht, sondern stellt sowohl textlich als auch melodiös einfühlsam fest, dass man man doch immer wieder an seinen Heimatort zurückgezogen wird und ein Fortrennen von eben diesem einem trotzdem nicht das Gefühl der Verbundenheit nehmen kann. Pathos? Vielleicht, aber brauchen nicht selbst die Wildesten unter uns manchmal ein bisschen Auszeit um sich von dem Irrsinn der Zeit zu erholen? Und was gäbe es hier Schöneres als eine textlich und melodiös ausgefeilte Ballade, die uns ganz kurz in eine stille und wohlige Seifenblase zieht.

SINGLE PRÄSENTATION

Mittwoch, 07.12.2016
Zum Gschupftn Ferdl | Wien
unplugged